02.10.2026
Die Professur schärft ihr Forschungsprofil
Wie sieht das digitale Bahnsystem der Zukunft aus?
Mit der Frage, wie das Bahnsystem der Zukunft aussieht, beschäftigte sich die Professur für Digitale Bahnsysteme im Rahmen eines Workshops, der zu einem geschärften Forschungsprofil führte. Das Ergebnis: Sechs zentrale Forschungsschwerpunkte, die künftig die Arbeit in Forschung, Lehre und Transfer prägen werden.
Die Digitalisierung im Eisenbahnwesen markiert einen grundlegenden Wandel der technischen Systemlandschaft. Im Fokus stehen dabei die zunehmende Virtualisierung von Systemen, die Formalisierung von Prozessen sowie der Übergang von hardwarezentrierten Lösungen hin zu softwarebasierten Architekturen. Vernetzte Systeme, die durchgängige Verfügbarkeit von Daten und eine fortschreitende Automatisierung von Entscheidungs- und Steuerungsprozessen, bilden die Basis für die Weiterentwicklung des Bahnsystems.
Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Sicherheit, Interoperabilität und die Beherrschung komplexer Systemzusammenhänge. Die Professur für Digitale Bahnsysteme sieht ihre Aufgabe darin, diese Entwicklungen wissenschaftlich zu begleiten und aktiv mitzugestalten. Dabei wird besonderer Wert daraufgelegt, wissenschaftliche Erkenntnisse eng mit den Anforderungen der Praxis zu verbinden.
Sechs zentrale Forschungsschwerpunkte
Im Rahmen der Diskussionen wurden sechs zentrale Forschungsfelder identifiziert, die die zukünftige Arbeit der Professur prägen werden:
- Digitalisierung und Formalisierung von Prozessen und Systemen
Entwicklung digitaler Methoden und Modelle zur effizienten, transparenten und konsistenten Gestaltung von Prozessen und technischen Systemen. - Sicherheitsbetrachtungen für Bahnsysteme
Analyse, Bewertung und Weiterentwicklung sicherheitsrelevanter Methoden und Technologien für moderne Bahnsysteme, insbesondere in der digitalen Leit- und Sicherungstechnik. - Digitale LST-Planung
Entwicklung durchgängiger, datenbasierter Planungsprozesse und einer konsistenten Datenbasis als Grundlage für Automatisierung, Vernetzung und Digitalisierung. - Technik- und Unfallanalysen
Einsatz innovativer Methoden, beispielsweise digitaler Zwillinge, zur systematischen Analyse und Bewertung von Anforderungen, Technologien und Ereignissen in Bahnsystemen. - Zulassung und Zulassungsverfahren
Entwicklung neuer Ansätze zur effizienten, nachvollziehbaren und sicheren Durchführung von Zulassungs- und Nachweisprozessen. - Automatisches Fahren
Erforschung und Entwicklung sicherer Automatisierungslösungen für Bahnsysteme bis hin zum fahrerlosen Betrieb.
Wissenschaft und Praxis im Einklang
Die Professur verfolgt das Ziel, nicht nur aktuelle Herausforderungen der Branche zu adressieren, sondern auch langfristige Fragestellungen zu bearbeiten. Dabei geht es um die Gestaltung eines sicheren, effizienten und nachhaltigen Bahnsystems, das den Anforderungen der Mobilitätswende und des Klimaschutzes gerecht wird.
Mit ihrer Arbeit leistet die Professur einen wichtigen Beitrag zur Zukunft des Bahnbetriebs und stärkt die Innovationskraft der Branche. Die enge Zusammenarbeit mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie unterstreicht den Anspruch, Forschungsergebnisse direkt in die Praxis zu überführen und so die Leistungsfähigkeit der Schiene nachhaltig zu steigern.