02.10.2026
CO₂ in der Bauwirtschaft: Neuer Studienbericht zeigt, wo der Mittelstand steht
Claude, KI-generiertes Bild
Diesel, Strom, Zement, Lkw-Maut, Entsorgung: In all diesen Preisen steckt heute ein CO₂-Aufschlag. Bauunternehmen zahlen also bereits für ihre Emissionen. Wie viel CO₂ sie tatsächlich ausstoßen, wissen aber die wenigsten. Philipp Richter und Patrick Leistner haben dazu im Winter 2025/2026 bundesweit 601 Bauunternehmen befragt.
Nur 5 % der Unternehmen kennen den CO₂-Fußabdruck ihres gesamten Betriebs. Meist sind das große, international tätige Firmen. Deutlich mehr Unternehmen, nämlich 22 %, rechnen CO₂ oder Umweltkosten bereits in ihre Projekte ein, kleine Betriebe genauso oft wie große. Im Vergleich liegt die Bauwirtschaft klar zurück: Branchenübergreifend kennen in Deutschland rund 16 % der Unternehmen ihren Fußabdruck.
Eine Berichtspflicht trifft nach der EU-Omnibus-Richtlinie nur noch sehr große Unternehmen. Den Mittelstand erreicht das Thema trotzdem, über Preise, Auftraggeber, öffentliche Vergabe und Banken. Ab 2028 verlangt zudem das Gebäudemodernisierungsgesetz für größere Neubauten eine CO₂-Bilanz über den gesamten Lebenszyklus.
Der Bericht richtet sich an Geschäftsführungen im Bau. Er zeigt, welche Instrumente die Vorreiter nutzen, bietet Vergleichswerte nach Unternehmensgröße und beschreibt in fünf Stufen den Weg zum eigenen CO2-Fußabdruck. Ein Schnelltest mit sieben Fragen hilft, die eigene Position einzuschätzen. Die gute Nachricht: Die Daten für den Einstieg liegen in den meisten Unternehmen schon in der Buchhaltung.
Studienbericht herunterladen (PDF)
Sie möchten die Ergebnisse in Ihrem Unternehmen oder Verband vorstellen lassen? Sprechen Sie uns an: Dr. Philipp Richter () und Patrick Leistner ().
Zitationshinweis: Richter, P. & Leistner, P. (2026): CO₂-Management in der deutschen Bauwirtschaft. Benchmark und Wegweiser für den Mittelstand. Studienbericht. Technische Universität Dresden. https://doi.org/10.5281/zenodo.23098124