Diplom Lebensmittelchemie
Hier findet ihr Informationen zum Diplomstudiengang Lebensmittelchemie an der TU Dresden! Benutzt die Links um schnell zum gewünschten Semester zu springen!
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1. Semester
Prüfungen:
Allgemein finden die Prüfungen am Anfang der vorlesungsfreien Zeit statt. „Wer schiebt, verliert!“ ist das Motto, denn in jedem Semester kommen wieder neue Klausuren auf dich zu, deren Vorbereitung ebenfalls viel Zeit in Anspruch nimmt. Versuch also schon während des Semesters kontinuierlich zu lernen und nachzuarbeiten, um dann in der Prüfungszeit nicht in Verzug zu geraten.
Anorganische Chemie I:
Dieses Modul teilt sich in zwei Vorlesungen und das Laborpraktikum samt Seminar auf. In die Anorganik wirst du die meiste Zeit in diesem Semester investieren müssen. Vor allem das Praktikum wird dich fordern, wobei die Vorlesungen und die Seminare nicht zu kurz kommen dürfen. Auch die Testate und die Leistungskontrollen solltest du nicht unterschätzen. Fleiß zahlt sich hier aus und wer von Anfang an vorbildlich arbeitet, der hat es im späteren Verlauf des Semesters deutlich leichter.
Allgemeine und Analytische Chemie I:
Im ersten Teil des Semesters bringt euch Professor Kaskel in der allgemeinen Chemie Orbitale und die Grundlagen der chemischen Bindung näher. Daneben habt ihr 1x pro Woche die Möglichkeit, den Stoff im Seminar zu vertiefen. Es empfiehlt sich auf jeden Fall aufzupassen, da der Stoff für spätere Vorlesungen vorausgesetzt wird.
Im zweiten Teil des Semesters übernimmt Prof. Weigand die Vorlesung und ihr lernt die Grundlagen der Analytischen Chemie kennen. Dabei behandelt ihr verschiedene nasschemische Analysemethoden kennen, welche ihr im zweiten Semester selbst durchführen werdet. Daneben gibt es auch hier ein Seminar, in welchem ihr Übungsaufgaben besprecht. Auch hier solltet ihr aufpassen, da die Aufgaben in ähnlicher Form auch in der Klausur drankommen.
In der Klausur am Ende des Semesters müsst ihr Aufgaben zu beiden Teilen der Vorlesungen bearbeiten, insgesamt müsst ihr 50% der Punkte haben, um zu bestehen.
Laborpraktikum:
Die meiste Präsenzzeit deines Semesters verbringst du im Labor, wo du grundlegende Arbeitsschritte kennenlernst. Dein Wissen wird jedes Mal mit einem Online-Antestat abgefragt, welches du bestehen musst, um die Woche im Labor arbeiten zu dürfen und Punkte für die Endnote sammeln zu können. Außerdem schreibt ihr insgesamt fünf Lernzielkontrollen über die Versuche der vergangenen Wochen. Keine Angst, die Testate sind bei guter Vorbereitung zu schaffen und es lassen sich bereits wertvolle Punkte für die Modulnote sammeln. Am Ende jedes Kapitel erhältst du ein Stoffgemisch aus verschiedenen Salzen, das du mit den, in der Laborwoche kennengelernten, Nachweismethoden analysieren musst.
Mathematik:
Mathematik ist das anspruchsvollste Modul in diesem Semester. Deshalb ist es ratsam, aktiv in der Vorlesung und vor allem im Seminar mitzuarbeiten und die Übungen möglichst im Vorfeld selber zu rechnen oder wenigstens gewissenhaft nachzuarbeiten. Meist hilft es auch, sich in einer Gruppe zusammenzusetzen und aufgetretene Fragen und Probleme zu diskutieren. Dein Seminarleiter wird jedoch auch immer ein offenes Ohr für deine Fragen haben. Gerade in Mathe gilt: Übung macht den Meister! Bleib am Ball, auch wenn es schwierig wird.
Physik:
Mit ein bisschen Verständnis für die Physik ist auch dieses Fach machbar. Neben der Vorlesung bei Prof. Inosov gibt es auch hier einmal pro Woche ein Seminar, dessen Besuch zu empfehlen ist. Auch hier gilt der Grundsatz: Übung macht den Meister. Außerdem habt ihr im Gegensatz zu den meisten anderen Fächern nur drei Versuche – und es soll ja niemand an Physik scheitern.
Physikalische Chemie:
In diesem Semester kommt noch ein weiteres neues Fach hinzu, welches euch Reaktionen im Sinne der Thermodynamik erklären wird.
Neben der Vorlesung, von Professor Weidinger findet einmal die Woche eine Übung statt. Ihr habt die Möglichkeit bestimmte Aufgaben vorher zu rechnen und kontrollieren zu lassen und eventuell den einen oder anderen Bonuspunkt mit in die Klausur zu nehmen, die sich ebenfalls sehr stark an den Übungsaufgaben orientiert. Es lohnt sich also durchaus, die Lösungswege der Übungsleiter ordentlich mitzuschreiben und zu durchdenken. Zusätzlich dürft ihr ein handbeschriebenes Blatt mit Formeln in der Prüfung verwenden. Hier lohnt es sich also Zeit und Sorgfalt walten zu lassen, dann ist die Klausur schon halb geschafft. Grund zur Furcht besteht also nicht.
Sprachen:
Die TU schenkt euch ein Sprachkontingent von 10 SWS, die ihr beliebig nutzen könnt und auch solltet, da eine gute Sprachausbildung wichtig und außerhalb der Uni außerdem meist teuer ist. Am Anfang eures Studiums habt ihr dafür noch etwas Zeit, die euch in späteren Semestern teilweise fehlt. Informiert euch auf den Webseiten zur Sprachausbildung an der TU Dresden über eure zahlreichen Möglichkeiten.
Bei Sorgen oder Fragen könnt ihr euch jederzeit an den FSR oder auch an eure Mentoren wenden!
2. Semester
Das zweite Semester entschädigt euch für das erste Semester und gibt euch Kraft für das bevorstehende dritte Semester! Der Stundenplan sieht voller aus, als er es tatsächlich ist und gibt euch die Möglichkeit, euch voll und ganz auf AN und Physik zu konzentrieren
Physikpraktikum:
Dieses Jahr hört ihr nicht nur die Vorlesung bei Professor Inosov, ihr habt auch ein physikalisches Praktikum. In diesem Praktikum lernt ihr die Physik von der praktischeren Seite kennen.
Zu Beginn eines Praktikumstages schreibt ihr ein schriftliches Antestat, das benotet wird. Habt ihr es bestanden, was bei ausreichender Vorbereitung der Fall sein wird, dürft ihr mit dem praktischen Versuch starten.
Während des Versuchs verfasst ihr ein Protokoll mit allen Berechnungen. Am Ende des Praktikumstages (meist schon sehr früh am Tag) wird das Protokoll vom Assistenten korrigiert und bewertet.
Physik:
Die Vorlesung und die Übungen laufen genauso ab wie im ersten Semester.
Physikalische Chemie
In der PC geht es weiter mit der Vorlesung von Professor Weidinger, diesmal geht es um Elektrochemie & Kinetik, wobei euch insbesondere die Enzymkinetik später noch einmal begegnen wird. Die Seminare laufen im altbekannten Modus weiter, auch hier bietet es sich an schon im Semester wertvolle Bonuspunkte zu sammeln.
Anorganische Chemie:
In diesem Semester hört ihr die Vorlesung Anorganische Chemie bei Professor Weigand. Er bringt euch gespickt mit kleinen Anekdoten und mit einer Begeisterung, die man nur selten sieht, die Komplexchemie etwas näher.
Dazu gibt es außerdem ein Seminar, in dem entsprechende Übungen gerechnet werden. Der Besuch ist definitiv nicht um sonst, da auch die Fragen der Klausur sich in etwa im Rahmen der Seminaraufgaben bewegen. Das genaue Studium der Vorlesungsfolien kann für die Klausur auch nicht schaden, wobei Professor Weigand für diejenigen, die gut zuhören einige Tipps gibt, was die Schwerpunkte angeht.
Instrumentelle Analytik
Zum ersten Mal hört ihr die Vorlesung von Professor Brunner. Dabei widmet ihr euch der Theorie verschiedener spektroskopischer Messmethoden, von denen euch viele euer restliches Studienleben begleiten werden, versprochen. Dabei lernt ihr viel über spektroskopische Messverfahren, Chromatographie, Massenspektrometrie und noch viel mehr.
Es lohnt sich, in den insgesamt fünf Wochenstunden anwesend zu sein und der Vorlesung zu lauschen, da ihr ohne die obligatorische Klausur am Ende des Semesters nicht am Praktikum im 3. Semester teilnehmen dürft und sich euer Studium somit automatisch verlängert.
Praktikum Anorganische Chemie:
In der ersten Hälfte des zweiten Semesters geht es munter weiter mit der Anorganik; hier widmet ihr euch vor allem den Reaktionen der Nebengruppenelemente. Hier lernt ihr weitere wichtige Nachweisreaktionen und Trennungsgänge, ansonsten ist der Ablauf wie gehabt.
Gegen Ende des Blocks gilt es dann zwei sogenannte „Vollanalysen“ zu bestehen, in denen du sämtliche Nachweisreaktionen, die du während des Praktikums erlernt hast, anwenden wirst, um die einzelnen Elemente in deiner Analysenprobe zu ermitteln.
Praktikum Analytische Chemie:
Auch genannt: Titrierpraktikum; frei nach dem Motto „immer schön locker aus dem Handgelenk“. Die Bürette wird zu eurem besten Freund, wenn ihr zweimal die Woche den Gehalt an Vitamin C, Magnesium- oder Chloridionen bestimmt. Auch Herr Lange ist ein wahres Goldstück!
Lernziekontrollen wie in AC1 wird es in diesem Praktikum nicht mehr geben, höchstens ein kleines, mündliches Platztestat eures Assistenten. Für einen Teil der Versuche wird ein handschriftliches Protokoll im Umfang von 10 bis 15 Seiten verfasst. Jeder Versuch gleicht einer Analyse: Ihr erhaltet eine Lösung und sollt am Ende wissen, in welcher Konzentration der Stoff vorliegt.
Alles in allem ist dieses Praktikum ziemlich entspannt, und es bleibt jede Menge Zeit! Abgesehen davon kann man bei schönem Wetter die Protokolle ja auch im großen Garten schreiben wenn‘s sein muss.
Praktikum Physikalische Chemie:
Gegen Ende des Semesters dürft ihr bereits die ersten Versuche der Thermodynamik bearbeiten, die nicht nur für ein besseres Verständnis sorgen, sondern euch auch an gewisse Standards des Protokolleschreibens heranführen werden. Nach einem schriftlichen Antestat, in der die Grundlagen des Versuchs zum Teil auch mit den Herleitungen der benötigten Formeln abgefragt werden, bestimmt ihr beispielsweise Siedekurven oder den Dampfdruck von Flüssigkeiten. Die Protokolle könnt ihr nebenbei schon anfangen auf dem Laptop zu tippen. Sie werden zwar etwas umfangreicher als die des AC-Praktikums, da ihr aber zu zweit arbeitet sind sie doch recht fix geschrieben.
Allgemeine Qualifikation
Neben den anderen Fächern beschäftigt ihr euch mit Recht & Toxikologie: Dabei hört ihr im ersten Teil des Semesters verschiedene Vorlesungen zum Thema Toxikologie, während ihr euch im zweiten Teil mit Gefahrstoffrecht beschäftigt. Auch hier müsst ihr am Ende eine Klausur bestreiten, diese ist jedoch relativ simpel gehalten. Außerdem bekommt ihr beim erfolgreichen Bestehen am Ende des Studiums einen „Sachkundenachweis“ für den Umgang mit Gefahrstoffen.
3. Semester
Herzlich Willkommen im wohl stressigsten, dem 3. Semester. Dieses Semester geht es so richtig mit der Chemie los. Du wirst von vielen wichtigen Fachbereichen Einführungsvorlesungen hören und dazu ausreichend Praktika belegen.
PC-Praktikum:
In der ersten Hälfte des Semesters widmet ihr euch auch weiterhin dem PC-Praktikum. Dabei absolviert ihr vor allem Versuche der Elektrochemie und der Kinetik. Der Modus ist dabei wie gehabt. Der Teil „Theoretische Chemie“ bleibt jedoch den Bachelor-Chemikern vorbehalten.
Praxis der Instrumentellen Analytik:
Das dritte Semester steht für die Lemis im Zeichen der Analytik. Dabei verbringt ihr einen Tag pro Woche in Vierergruppen in einem analytischen Labor, in der Regel mit einem großen, teuren Messgerät. Daneben gibt es vor den Versuchen mündliche Antestate in der Gruppe, die ca. eine Stunde dauern und bestanden werden müssen. Außerdem müsst ihr bis zum nächsten Versuch ein Protokoll anfertigen, diesmal jedoch am Computer. Ob ihr euch dafür LaTeX aneignet oder die Protokolle mit dem Office-Programm eures Vertrauens schreibt, ist euch überlassen. Es empfiehlt sich, sich bei der Versuchsvorbereitung und in den Protokollen Mühe zu geben, da ihr zu Beginn der Prüfungsphase ein 30-minütiges Kolloquium absolvieren müsst wenn ihr übers Praktikum und in den Antestaten nicht genügend Punkte sammelt. Dabei bekommt ihr Fragen zu allen Versuchen gestellt, falls es aber doch so weit kommen sollte, müsst ihr davor keine Angst haben.
Nebenbei gibt es noch ein Seminar zur Strukturaufklärung. Jeder muss während des Semesters Übungsaufgaben zur Spektrenauswertung vorstellen. Gegen Ende des Semesters müsst ihr außerdem in Zweierteams anhand von Spektren die Strukturformel einer Substanz bestimmen. Am Ende darf auch eine schriftliche Klausur nicht fehlen, diese müsst ihr natürlich bestehen.
Fächerübergreifende Qualifikationen:
Dieses Fach beschäftigt sich mit grundlegenden Computeranwendungen in der Chemie und sieht auf den ersten Blick leichter aus, als es ist. Deshalb solltest du immer zu den Übungen gehen und fleißig mitarbeiten, da die Klausurwiederholung erst im dritten Semester stattfinden wird. Bist du in den Übungen jedoch immer (geistig) anwesend, sollte die Prüfung am Ende kein Problem für dich sein.
Außerdem absolviert ihr in der vorlesungsfreien Zeit nach dem Semester das Datenbanken-Praktikum bei Frau Dr. Paasch, in dem ihr die Datenbank „SciFinder“ näher kennenlernt. Das Praktikum dauert ca. eine Woche, am Ende der Woche schreibt ihr ein kurzes Testat, welches bestanden werden muss.
Organische Chemie I:
In diesem Semester geht es auch mit der Organischen Chemie los. Professor Straßners Vorlesung wird von einem Seminar begleitet, dessen Besuch sehr zu empfehlen ist. Klausurinhalt ist nicht nur die Theorie aus der Vorlesung, sondern auch alle Reaktionen aus den Seminaren. Wer durch die Prüfung fällt, hat Anfang April gleich die nächste Chance. Wer diese allerdings auch in den Sand setzt, darf im 4. Semester nicht am OC-Grundpraktikum teilnehmen und verlängert das Studium damit um ein Jahr. Die Prüfungsvorbereitung sollte dementsprechend ernst genommen werden.
Botanik:
Ebenfalls in der vorlesungsfreien Zeit lernt ihr im Botanikpraktikum bei Herrn Schulz das Mikroskopieren näher kennen. Dabei müsst ihr verschiedene Pflanzenteile präparieren und auf Papier mit einem Bleistift nachzeichnen. Am Ende des Praktikums müsst ihr die Zeichnungen und bekommt darauf eine Note. Die zeichnerisch Unbegabten unter euch müssen aber keine Angst haben, für gewöhnlich kommt man hier ohne Probleme durch.
4. Semester
Im 4. Semester dreht sich alles um die Organik!
Im 4. Semester dreht sich alles um die Organik!
OC-Grundpraktikum:
Ihr werdet den Großteil des Semesters hier verbringen - versprochen. Pro Woche gibt es ca. drei, mit etwas Glück auch vier Synthesen. Am Anfang der Woche kommen mündliche und schriftliche Antestate für die gesamte Woche. Danach gehts ins Labor - eine meist farblose und stinkende Flüssigkeit mehrere Stunden unter Aufsicht kochen und anschließend aufarbeiten. Es gibt Punkte auf Reinheit und Ausbeute. Das obligatorische Protokoll darf natürlich auch nicht vergessen werden. Daneben gibt es Methodenseminare für die Auswertung der Spektren und ihr lernt viele neue Arbeitsmethoden, wie z.B. die Säulen- oder Dünnschichtchromatographie kennen. Zwischendurch ist durchaus auch mal Zeit für ein Buch, ein Kartenspiel oder eine Flüssigstickstoff-Schlacht, viel Spaß!
OC II:
Neben dem Praktikum hört ihr bei Professor Thorn-Seshold die Vorlesung nebst Seminar. Alles, was hier gesagt wird, ist prüfungsrelevant, jede Namensreaktion und jeder Stoff. Ausschlafen statt Seminar ist also nicht ratsam. Lernt alles, dann seid ihr für die Klausur bestens gewappnet. Auch hier ist eine 4,0 Pflicht, wer durchfällt, hat Anfang September noch einmal die Chance.
Wir wünschen dir eine tränengasarme Laborluft und viel Erfolg bei den Prüfungen. Allen Lemis wünschen wir viel Erfolg beim Vordiplom!
Für die Lemis sieht das Semester ein bisschen anders aus. OC habt ihr genauso wie die Chemiker, die Freitage stehen allerdings ganz im Zeichen der Biologie. AC und PC bleiben euch hierbei also „erspart“
Freitags steht die Biologie-Vorlesung an. Sie wird von verschiedenen Professoren aus allen Bereichen der Biologie gehalten und sorgt für eine weitgefächerte Informationsflut. Zum Abschluss gibt’s eine Klausur, deren Note in die Vordiplomsnote eingeht. Auch hier habt ihr nur drei Versuche, das Bestehen sollte für die meisten aber kein Problem sein.
Außerdem lernt ihr in diesem Semester Professor Henle kennen, der euch später die komplette LC nahebringen wird. Einmal pro Woche hält er die Vorlesung „Allgemeine Lebensmittelchemie“, die euch einen ersten Einblick in die Materie gewährt. Am Ende gibt’s hier keine Prüfung, also alles ganz entspannt.
Wie du siehst, ist das vierte Semester nicht nur gut mit Inhalt, sondern auch gut mit Laborzeit gefüllt. Von vielen wird das Semester als das zeitaufwendigste Semester überhaupt angesehen. Die Abbrecherquoten erreichen hier leider auch ihr Maximum. Doch lasst euch von alldem nicht unterkriegen. Versucht euch zumindest einen Gegenpol im Leben zu erhalten und euch auf das Wichtige zu konzentrieren. Sollte es euch dennoch einmal zu viel werden, klärt das mit euren Laborpartnern, vielleicht übernehmen die auch mal ein Protokoll. Sollte das alles nichts bringen, scheut euch auch nicht beim FSR Hilfe zu suchen.
In den Ferien nach dem 4. Semester steht das Vordiplom an, das bedeutet drei mündliche Prüfungen in AC, OC und PC und viel, viel Lernerei. Hier könnt ihr nur teilnehmen wenn ihr alle Prüfungen des Grundstudiums erfolgreich absolviert habt. Außerdem ist das bestandene Vordiplom hilfreich für die Teilnahme am Praktikum im 5. Semester, aber kein Muss.
5. Semester
Das Praktikum in diesem Semester ist zwar auch aufwendig, aber tausendmal entspannter als die bisherigen. Nur vier Antestate, keine Protokolle im ganzen Semester und weitestgehend freie Zeiteinteilung. Es werden verschiedene Lebensmittel bezüglich Kohlenhydrate, Wasser, Proteine und Fette analysiert. Begleitend läuft die Vorlesung „Lebensmittelanalytik I“ von Dr. Schwarzenbolz.
Wer sich schon immer für die industrielle Herstellung von verschiedenen Lebensmitteln interessiert hat, kann sich auf die Vorlesung „Lebensmitteltechnologie I“ freuen. Dort lernt ihr unter anderem wie man Lebensmittel haltbar macht oder Zucker großtechnisch herstellt.
Weiterhin gibt es die vierstündige Vorlesung „Lebensmittelchemie I“ von Professor Henle. Hier geht’s das ganze Semester um Aminosäuren, Peptide und Proteine und ihr lernt einiges über die chemischen Hintergründe von alltäglichen Phänomenen (z.B. warum das Brot beim Backen braun wird).
Zu guter Letzt, Chemometrie. In der Vorlesung von Professor Simat geht’s um statistische Auswertung von Analysendaten mithilfe von z.B. Excel. Das hier gelernte wird dann in der Diplomarbeit hilfreich sein. Jeder muss im Semester in der begleitenden Übung eine Aufgabe vorstellen (meist in Zweiergruppen) und am Ende gibt’s eine Prüfung am Computer.
6. Semester
Nach einem Semester voller Proteine geht es in LCII nun um Fette und Kohlenhydrate. Der Modus ist dabei wie gehabt, jedoch in diesem Semester nur zweistündig.
Auch von Lebensmittelanalytik findet die Fortsetzung statt. Es geht hauptsächlich um instrumentelle Messmethoden wie Chromatographien oder MS. Vieles ist Wiederholung aus der Analytikvorlesung im 3. Semester.
Auch das Praktikum ist etwas anders aufgebaut als im 5. Semester. In Blöcken werden DC, Enzymatik, HPLC, GC, PCR und Proteinchemie bearbeitet. Außerdem bleiben euch in diesem Semester die Protokolle nicht erspart, die mal mehr, mal weniger umfangreich sind.
Lebensmitteltechnologie wird ebenso fortgesetzt. Diesmal geht es über die Verarbeitung von Milch und Fleisch bis hin zur Bierherstellung.
Außerdem trefft ihr Professor Simat wieder. Es geht los mit Ernährungslehre und angewandter Biochemie. In der sehr interessanten Vorlesung lernt ihr viel über Vitamine und den Wasserhaushalt des Körpers.
In diesem Semester lernt ihr zum ersten Mal Prof. Hellwig kennen. Mit ihm behandelt ihr in der Futtermittel-Vorlesung nebst der rechtlichen Grundlagen verschiedene Arten von Futtermitteln und die Tierphysiologie.
Außerdem findet die Mikrobiologie-Vorlesung von Frau Dr. Wolf statt. Auch hier gibt es keine Prüfung, aber zu Beginn der Semesterferien ein recht zeitaufwändiges Praktikum. Dieses ist aber ziemlich hilfreich zum Verständnis des Stoffes und zur Vorbereitung auf die Diplomprüfung.
7. Semester
Professor Henle setzt seine LC-Vorlesung fort, diese heißt im 7. Semester „Spezielle Lebensmittelchemie“. Dort werden einige Lebensmittel in ihrer Gesamtheit dargestellt, wie z.B. Milch, Eier, Getreide oder Fleisch. Es gibt zwar keine Prüfung, jedoch vermittelt diese Vorlesung Inhalte, die vor allem für die mündliche Diplomprüfung relevant sind.
Professor Simat hält den zweiten Teil seiner Biochemie und Ernährungslehre-Vorlesung. In dieser geht es um die biochemisch relevanten Reaktionen im Körper (z.B. der allseits beliebte Citrat-Zyklus). Auch zu dieser Vorlesung gibt es eine Klausur. Außerdem beginnt seine Bedarfsgegenstände-Vorlesung, in der ihr einiges über Verpackungsmaterialien und ähnliches erfahrt.
Auch Prof. Hellwig seht ihr in diesem Semester wieder. Er wird euch in Lebensmitteltoxikologie die gefährlichen Substanzen in Lebensmitteln näherbringen und erklären, wie man diese Stoffe analytisch erfassen kann.
Zusätzlich beginnt die Kosmetik‑Vorlesung. Wer sich also schon immer für die Zutaten seiner Zahnpasta oder seiner Anti-Falten-Creme interessiert hat, ist hier genau richtig. Die Vorlesung wird im 8. Semester fortgesetzt.
Im Praktikum werdet ihr ein Futtermittel und eine Wurst auf ihre inhaltliche Zusammensetzung überprüfen (Fett-, Eiweißgehalt etc.) und rechtlich bewerten. Außerdem werdet ihr euer eigenes Bier brauen (!) und anschließend im Labor untersuchen. Danach gibt es in der Regel auch eine Verkostung ;). Ab Januar erhaltet ihr ein Lebensmittel und eine Zutatenliste und müsst mit verschiedenen Analysemethoden herausfinden, in welcher Zusammensetzung die Zutaten enthalten sind. Das ist das erste Mal, dass ihr im Labor komplett auf euch alleine gestellt seid.
Am Ende des 7. Semesters (Anfang bis Mitte März) stehen die Diplomprüfungen in Lebensmitteltechnologie und Mikrobiologie an.
8. Semester
Professor Hellwig und Professor Simat setzen ihre Vorlesungen (Toxikologie und Bedarfsgegenstände) fort.
Desweiteren wird Kosmetik fortgesetzt und in der Mitte des Semesters die Klausur dazu geschrieben.
Ihr hört weiterhin von verschiedenen Dozenten eine Vorlesung über Lebensmittelrecht und Hygiene, in allen möglichen Facetten. Hierzu gibt es am Ende des Semesters ebenfalls eine Klausur.
Das Praktikum ist in zwei Teile geteilt. Der erste behandelt die Bedarfsgegenstände, dort untersucht ihr zum einen alleine eine Verpackung auf ihre Zusammensetzung, zum anderen werdet ihr euch in einer Gruppenarbeit mit einem anderen Thema, welches euch zugelost wird, beschäftigen. Der Praktikumsaufwand ist hier eher gering, jedoch muss man viel auswerten und Protokoll schreiben.
Der zweite Teil des Praktikums ist Kosmetik. Dort untersucht ihr z.B. Sonnencreme und Rasierwasser und müsst euer eigenes Hautpflegeprodukt entwickeln und herstellen.
Am Ende des Semesters beginnt dann das große Vorbereiten auf die drei „großen“ Diplomprüfungen bei den drei Professoren: Lebensmittelchemie (Henle), Ernährungslehre und Biochemie (Simat) und Lebensmitteltoxikologie (Hellwig)
Wir wünschen euch dabei größtmögliche Erfolge und das nötige Quäntchen Glück!
Wenn ihr das 8. Semester überstanden habt, neigt sich euer Studium dem Ende zu, es fehlt nur noch die Diplomarbeit:
9. Semester
Wenn ihr es bis hier geschafft habt – Glückwunsch zu den bestandenen mündlichen Prüfungen!
Im neunten und letzten Semester werdet ihr eine wissenschaftliche Abschlussarbeit schreiben, die euch dann den Titel „Diplom-Lebensmittelchemiker“ einbringt.
Mitte des achten Semesters werden die drei Professoren, in der Vorlesung bzw. an einem gesonderten Termin, ihre Diplomarbeits-Themen vorstellen. Dazu gibt es Kurzvorträge der Doktoranden, eure späteren Betreuer, über das jeweilige Thema. Bei Interesse solltet ihr das Gespräch mit dem jeweiligen Betreuer suchen. Bis Ende des achten Semesters sollten alle Studenten ein Thema gefunden bzw. die Betreuer sich entschieden haben.
Bevor ihr im Oktober anfangt, meldet ihr eure Diplomarbeit beim Prüfungsamt an. Unter „Aktuelles Studiengang Lebensmittelchemie/Diplom“ findet ihr das zugehörige Formular, das von euch ausgefüllt, von dem betreuenden Professor unterschrieben und beim Prüfungsamt abgegeben werden muss. Es ist außerdem kein Problem das Datum rück- bzw. vorzudatieren. Ihr habt sechs Monate Zeit, inkl. Verteidigung. Bei Verlängerung ist ein Antrag zu stellen.
Es hat sich in den letzten Jahren ergeben, dass die große Mehrheit der Studenten um drei Monate (maximale Verlängerung) verlängert, und somit neun Monate mit der Diplomarbeit beschäftigt ist. Jedoch ist es anzustreben, in der vorgegebenen Zeit fertig zu werden. Einerseits sollten Ressourcen und Chemikalien gespart werden. Andererseits ist es in den sechs Monaten schaffbar, wenn man auch am Anfang effektiv arbeitet und vielleicht parallel zum praktischen Arbeiten z. B. den Theorie-Teil schreibt. Hinzu kommt: es besteht die Gefahr, dass ihr kein Bafög mehr bekommt (ist eine Einzelfall-Entscheidung!) oder aus dem Wohnheim ausziehen müsst. Es bietet sich an, sich zeitig genug zu informieren und ggf. entsprechende Anträge zu stellen. Also versucht es in den sechs Monaten, und verlängert nicht aus Prinzip und weil es alle anderen so machen!
Zum Schreiben der Arbeit sind zwei Monate realistisch. Nach der Abgabe der Arbeit wird diese von eurem Betreuer und dem betreuenden Professor gelesen und bewertet. Anschließend werdet ihr eure Arbeit verteidigen, also einen 30-minütigen Vortrag halten mit anschließender Diskussion. Die Diplomarbeit geht vierfach in eure Note ein – also 40% eurer Note!
Denkt am Ende auch an den Laufzettel, den ihr ausfüllen lassen müsst, und eure acht Zusatz-SWS!
Alles geschafft? Glückwunsch, ihr seid jetzt Diplom-Lebensmittelchemiker!